Weird Games and Weirder People: Interview mit Joseph Goodman

Joseph Goodman ist zu Gast im Podcast Weird Games and Weirder People von Diogo Nogueira:

Joseph Goodman runs Goodman Games. He has written a number of RPG titles, including DCC RPG, DragonMech, and many dungeon crawl adventures. His best work, though, is mentoring the amazing group of creators who have come to publish their work through Goodman Games. Joseph is also well known within the DCC RPG community as the Dark Lord, but in a very dear way. I had the pleasure to work with Goodman Games a few times, but I’ve always been an admirer of not only their work with games, but especially in the way they ciultivate creativity and community. In this chat we talk about many great topics, including game design, doing business as a game, creativity, nature as inspiration, the famous Appendix N, and parenthood. This was a fantastic chat, Joseph is always very generous with his wisdom so I recommend you listen to this one closely! So, listen up, and get weird with us!

Hier über 100 Gründe, warum man unbedingt diesen Podcast hören und Dungeon Crawl Classics spielen sollte. Nr. 0 verzückt und hat mein Leben verändert!

Back to the Blogs

Die Deutsche Post warb mal (in Form einer gewaltigen, sonnenbebrillten, gelben Hand namens Rolf mit eigener Dreiworthymne: „Hier kommt Rolf!“) mit dem Slogan „Schreib mal wieder“, was heutzutage reichlich absurd klingt. Niemand schreibt mehr Briefe. Die Chance im Briefkasten einen Brief zu finden, der keine Rechnung, keine Werbung, kein Behörden- oder Versicherungsschreiben ist so wahrscheinlich wie Rolfs Rückkehr auf den Fernsehbildschirm. Dabei ist Schreiben eine tolle Sache, genauso wie ein Blog.

Auf der re:publica 24 gab es eine Diskussionsrunde zum Thema Social-Media-Plattformen. Dort sprach man auch kurz über Blogs und die eigene Webseite. Da Plattformen mehrere Probleme haben (okkulte Algorithmen bestimmen die Sichtbarkeit deiner Beiträge, Enshittification allüberall oder fragwürdige Milliardäre leiten die Plattform wie einen Feudalstaat), ist die Überlegung naheliegend lieber auf der eigenen Seite aktiv zu sein. Ich kann diesen Gedankengang nachvollziehen und habe schon vor einiger Zeit wieder mit dem Bloggen begonnen, denn ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu all den Plattformen. Am meisten beschäftigt mich die Abhängigkeit gegenüber der Plattform, denn sollte der Betreiber irgendwann sagen „Wir machen den Laden dicht“, dann stehe ich am Ende mit leeren Händen da. Dieses Ausgeliefertsein behagt mir nicht. Unbehaglich sind auch viele Kommentare auf diesen Plattformen, ein Grund mehr sich von dort zurückzuziehen. Zugleich gibt es Zwänge auf den Plattformen, wie Beiträge auszusehen haben und natürlich schreibt niemand einen Text bei Instagram, ja selbst ein Foto bringt dort nichts, wenn es nicht in einer Story auftaucht. Kurzum: Der Weg zurück zum eigenen Blog liegt nahe.

Natürlich wurde auf der re:publica nicht über Rollenspiel-Blogs gesprochen. Trotzdem würde ich mich freuen, wenn die Rollenspiel-Blog-Landschaft vielfältiger wäre, ja wenn mehr Leute den Weg zurück zum Blog finden würden. Doch das lange Lesestück (das ideal zum Blog passt) hat heutzutage ein Problem Aufmerksamkeit zu erregen. Nicht nur ist es schwer, einen guten Text zu schreiben, es ist auch schwer Leute zu finden, die sich auf einen längeren Text konzentrieren können oder wollen. Also beginnt man seine Gedanken in Ranglisten zu organisieren, in Fragen oder sog. Forward Referencing (Lies meinen Artikel: Aus diesem Grund solltest du noch heute deinen eigenen Blog starten!), damit jemand den Artikel liest bzw. klickt – wir kennen das auch von rollenspielfremden Webseiten, die um die Lesenden bangen. Diese Clickbait-Strategie bringt mich eher dazu Reißaus zu nehmen.

Stellt sich also die Frage, ob es zu einem Back to the Blogs kommen wird? Ich bin unsicher. Einen guten Blog zu betreiben ist aufwändig und erfordert Beharrlichkeit in Zeiten von Ablenkungen. Aber wer Spaß am Schreiben hat, den Plattformen den Rücken gekehrt hat (aber trotzdem noch etwas publizieren möchte) oder in Übung bleiben möchte (denn Schreiben ist eine Fertigkeit, die trainiert werden muss), der ist mit einem Blog gut beraten. Und ganz unter uns: Noch schöner wird es, wenn das Blog irgendwann gesammelt zum Fanzine wird.

Trailer: Elden Ring – Shadow of the Erdtree

Es dauert nicht mehr lang. Am 21. Juni (dem Auftakt zum einzigen freien Wochenende im Juni) erscheint die große Erweiterung zu Elden Ring:

Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen

Wie sorge ich dafür, dass mein Bösewicht gehasst wird?

Einen NSC im Rollenspiel zu fürchten ist schwierig. Richie Aprile (bekannt aus den Sopranos) ist ein unberechenbarer Typ, er jagt einem Angst ein. Aber da wir Rollenspiel spielen und nicht Schauspiel betreiben, ist es schwer genauso aufzutreten wie David Proval. Genauso unmöglich ist es, wie Frank Silva in der Rolle von Bob (Twin Peaks) als SL aufzutreten. Allein so eine exzellente Jeansjacke zu bekommen ist heutzutage eine Herausforderung, aber entscheidener ist, dass wohl kaum jemand so eine Ausstrahlung wie Silva hatte. Was wir aber auch ohne gutes Schauspiel hinbekommen ist Abneigung. Abneigung zu erzeugen, die sich zu Hass steigern kann (wobei das schon ein starkes Wort ist), ist als SL viel leichter zu erzeugen als Furcht. In World Wide Wrestling gibt es nicht nur ausgezeichnete Spielmechaniken für ein tolles Wrestling Match, es gibt auch aufschlussreiche Artikel über Wrestling. So auch zum Heel, dem Bösewicht des Matches. Doch der Heel zeichnet sich nicht nur dadurch aus böse zu sein, indem er den Veranstaltungsort beleidigt, unpatriotisch ist oder das Publikum verlacht, nein damit es richtig ballert, muss der Heel …

[…] hinhören, zuschauen und mehr über das Publikum rausfinden. Er muss dem Publikum vermitteln: „Ihr seid mir so wichtig, dass ich mir genau EURE wunden Punkte ausgesucht habe. Das Gleiche gilt am Spieltisch. Schau dir deine Spielgruppe an und finde, was bei ihr ankommt. Spiel damit mindestens so viel, wie du deinen Charakter spielst. Bring sie nicht zum Ausrasten, lös keine Fehden in der Gruppe aus. Aber finde etwas, mit dem du spielen kannst und bau es ein. Zeig ihnen, dass du zugehört hast.

Es gibt ein fabelhaftes Video zum Thema, was mir seinerzeit Frank empfohlen hat und sehr gut erklärt, wie ein guter Heel funktioniert. Aber wie sorge ich dafür, dass mein Bösewicht gehasst wird? Dazu gibt es ein paar Charakterzüge, mit denen man den Bösewicht austatten könnte und die universell funktionieren:

Der Bösewicht ist unfair: Der Bösewicht hält sich nicht an Regeln, er betrügt, wo immer es möglich ist, er lügt schamlos und das Schlimmste (und Wichtigste für die Darstellung am Spieltisch ist) ist: Er kommt damit durch. Wir habe ein tiefverwurzeltes Gerechtigkeitsgefühl und wer dagegen verstößt wird verachtet. Ein häufiger Trick des Heels im Wrestling ist (so wurde mir gesagt), den Schiedsrichter abzulenken, um den Kontrahenten dann mit unfairen Mitteln zu schlagen, beispielsweise mit einem Klappstuhl.

Der Bösewicht vergreift sich an Unschuldige und Schwächere: Ein Klassiker. Non-Kombatanten werden in den Konflikt hineingezogen, Kollateralschäden werden billigend in Kauf genommen, vielleicht versteckt sich der Bösewicht sogar hinter Unschuldigen und ist so geschützt vor Flächendeckenden Gegenangriffen. Das schafft einen exzellenten Konflikt, denn die SC sind vielmehr darin bestrebt, die Unschuldigen zu schützen. Womöglich stellt der Bösewicht auch seine besondere Grausamkeit dar, in dem er Unschuldigen Leid zufügt.

Der Bösewicht nutzt die Stärken der SC zu seinen Gunsten: Ich hatte schon auf den Diebstahl der eigenen Waffe in der Conan-Serie hingewiesen und wie sehr einen das ärgern kann. Vielleicht kennt der Bösewicht auch dieselben Zauber der SC oder bringt die treuen Freunde oder angeheuerten Mietlinge der SC dazu, die SC fallen zu lassen. Entscheidend ist hier allerdings, dass man nichts erzwingen sollte.

Der Bösewicht ist überheblich: Sich für den Besten zu halten und gleichzeitig die Leistung der SC kleinzureden ist hervorragend, um einen Bösewicht so richtig verachtenswert darzustellen. Harlan Ellison sprach mal von Arroganz gepaart mit Dummheit, gegen die man nur schwer ankommt (Zitat zu finden in: Wood, Timothy J.: Harlan Ellison at the Boston Center for Adult Education, Oct. 30-31):

There’s nothing worse than arrogant stupidity; arrogance you can tolerate, idiocy you can get around, outsmart, but both together are inscrutable.

So ein Bösewicht wird das Blut der Spielrunde sicherlich in Wallung bringen. Hier kann man auch leicht aus seinen Erfahrungen schöpfen, wir alle sind sicher schon solchen Leuten begegnet, wir sind ja im Internet unterwegs. Passend dazu auch …

Der Bösewicht wird ungerechtfertigt gelobt: Man kennt es aus der Schule oder dem Berufsleben. Jemand streicht die Lorbeeren ein, für etwas an dem er gar nicht beteiligt war. Eine erstklassige Methode, um den Bösewicht so richtig unsympathisch zu machen, denn auch hier wird unser Gerechtigkeitssinn angegriffen.

Der Bösewicht stellt sich nicht dem Kampf: Zuletzt noch eine kleine Frage: Was wäre, wenn sich der Bösewicht kontinuierlich dem Kampf entzieht? Was ist, wenn er der Berater der Königin ist? Kein besonders guter Kämpfer, aber sehr gut darin, den SC Steine in den Weg zu legen. Wie sehr kann man den Hass gegen den Bösewicht schüren, wenn er zwar ständig präsent ist, aber dennoch unerreichbar?

Es lohnt sich auch die großen Bösewicht aus Filmen, Serien oder Büchern anzuschauen und von ihnen zu lernen. König Joffrey (Game of Thrones), Dolores Umbridge (Harry Potter) oder Mildred Ratchet (Einer flog über das Kuckucksnest) sind exzellente Beispiele dafür, dass man eine Figur mit Charakterzügen austatten kann, die einen bis zur Weißglut treibt.

Ausbeute vom Büchermarkt

Über Bummelein und Büchermärkte habe ich schon im letzten Jahr geschrieben (Zeitreise!), aber auch in diesem Jahr war es erfreulich an den verschiedenen Ständen zu stöbern. Da ich das aber schon beim letzten Mal beschrieben habe, gibt es heute nur eine kurze Einleitung und ein Foto über meine Ausbeute, die zu einem Großteil aus Übersetzungen von Osprey Publishing besteht (ergänzt um Was ist Was):

SPAM-NSC: Hondro Frost

Dungeon Crawl Classics: Ein Frostzauberer eines vergessenen Ordens, der alle Zauber mit +1W auswürfelt, wenn er Eis berührt.

Swords & Wizardry: Ein Elementar von der Ebene des Frosts, das sich verirrt hat und zurück möchte. Es bleiben 24 Stunden, dann ist das Elementar zerschmolzen.

Mausritter: Ein Einsiedler, der in einem alten Gefrierschrank lebt, und 1W3 Fragen jeder Maus beantwortet, die ihm etwas Süßes bringt.


Manche E-Mails im Spam-Ordner sind so kurios und absurd, dass sie die Kreativität anregen. Dies ist eine dieser E-Mails.

Welttag des Buches 2024

Heute ist Welttag des Buches (und des Urheberrechts!) und ich lese derzeit dieses Buch:

Es ist ziemlich gut, auch wenn mir die ersten fünf (+2) Jahre der Simpsons näher sind, als die restlichen 25 (bzw. 23) Jahre. Trotzdem bekommt man einen guten Einblick über die Arbeit an den Simpsons.

Aber da Rollenspiele auch Bücher sind (und ich auch einige Rollenspielbücher lese), folgt nun das Rollenspielbuch, welches ich gerade lese:

Es ist ziemlich gut und man bekommt einen guten Einblick darüber, wie man Abenteuer schreibt, die nicht grottenschlecht sind. Ich lese das Buch deswegen, weil ich demnächst auf der EulenCon einen Workshop zum Thema anbieten werde und gerade eine Präsentation vorbereite.

Weird Games and Weirder People: Interview mit Harley Stroh

Harley Stroh ist zu Gast im Podcast Weird Games and Weirder People von Diogo Nogueira:

Harley Stroh, legendary RPG writer, Skate Punker, and an incredible Judge (or GM for the non-DCCers out there)! Author of moderns classics like Sailors of the Starless Sea, Doom of Savage Kings, Blades Against Death, Journey to the Center of Aereth, Tower of the Black Pearl, Peril on the Purple Planet, and more recently, the impressive The Music of the Spheres is Chaos, a massive boxed-set adventure with a spinning dungeon map! His work in the Dungeon Crawl Classics RPG line is super inspiring, and his adventures are some of my favorites of all time!

Hier zehn Gründe, warum man unbedingt diesen Podcast hören sollte. Punkt 7 hat mein Leben verändert und mich zum Weinen gebracht:

  1. Segler auf sternenloser See
  2. Der Fluch der Barbarenkönige
  3. Panik auf dem Purpurplaneten
  4. Reise zum Mittelpunkt der Aerde
  5. Der Turm der schwarzen Perle
  6. Der Juwelier, der mit Sternenstaub handelt
  7. The Music of the Spheres is Chaos
  8. Colossus Arise
  9. Schwerter gegen den Tod
  10. Beyond the Black Gate