Tag 22: Lich – Ärger-liche, unaussteh-liche Verb-lich-ene
Ich kannte den Lich noch, als er ein Lurch (sic) in Wassertief (sic) war oder ein Leichnam im Monsterhandbuch. Aber diese Namensanpassung hat an seiner Gefährlichkeit nichts geändert. Denn was ist gefährlicher als ein verrückter Zauberkundiger? Ein todloser verrückter Zauberkundiger. Von all seinen Zaubersprüchen abgesehen, ist der Lich dank seines Seelengefäßes quasi unsterblich und was ihn besonders gefährlich macht – er weiß, dass er unsterblich ist. Er kann sich also Feuerball werfend, mit einem Wort der Macht auf den ledernen Lippen und fliegend in die Schlacht stürzen. Mit einer gut geschützten, fliegenden Festung als Hort, verschlingt er zudem noch alle Seelen der Getöteten (denn wer in 1,6 km Nähe eines Lich-Hortes stirbt, dessen Seele wird vom Leichnam verzehrt), was Angst und Schrecken verbreitet. Einer dieser Verblichenen mag vielleicht noch aufzuhalten sein, aber eine Kabale von dreizehn untoten Zaubererfürsten, ausgestattet mit den Artefakten und Folianten vergessener Reiche sind im Grunde unaufhaltsam und bringen Chaos und Verderben über die Welt.
Tag 21: Hydra – Echte Kopfarbeit
Das ganze Desaster startete mit einer außergewöhnlich großen Monstrosität mit fünf Köpfen, die wir als Hydra kennen. Und wir wissen ja: Wann immer der Hydra ein Kopf abgeschlagen wird, wachsen ihr zwei Köpfe nach. Es sei denn, ihre Hälse werden mit Feuer versengt. Nun stellte sich eine Abenteuergruppe der Hydra, aber sie hatte kein Glück (und besonders schlau waren diese „Helden“ auch nicht). Und so wuchs die Hydra. Nach 40 Köpfen war die Gruppe besiegt und gefressen. Doch die Hydra wuchs weiter und entwickelte eine solche Raserei, dass sie begann ihre eigenen Köpfe abzubeißen. Die Monstrosität wurde so zu einem gewaltigen Titanen, der selbst die legendärsten Drachen in den Schatten stellte. Mit hunderten von Köpfen, an einem Leib, so groß wie ein Schloss, wurde die Hydra unaufhaltsam. Selbst die Götter vermochten das Geschöpf nicht zu bändigen. Die Welt wurde von der Hydra wortwörtlich verschlungen.
Tag 20: Yuan-Ti – Ich hasse Schlangen!
Verschwörungsmythen haben Echsenmenschen schon früh für sich entdeckt. Überraschenderweise geht das alles auf Robert E. Howard und die Weird Tales zurück, was schon echt unterhaltsam ist, wäre es nicht so schrecklich verrückt. Aber wir sind im Bereich der D&D-Fantasy und hier heißen die Echsen Yuan-Ti. Die Yuan-Ti arbeiten schon seit Jahrtausenden an einer schleichenden Katastrophe. Wie heißt noch das alte Sprichwort der Echsen: Wirft man einen Menschen in kochendes Wasser springt er heraus, aber kocht man ihn langsam auf kleiner Flamme gar, bemerkt er es nicht mal (erfreut-ausgelassene Zisch- und Zischellaute allüberall in den Schlangennestern). Dazu benötigen die Yuan-Ti allerdings einen sehr langen Atem. Als Meister der Infiltration haben sie sich schon vor langer Zeit ins Zentrum der Macht begeben und nun arbeiten die Echsen daran, die Welt zu unterjochen. Sie lassen Königreiche wie in einem Schachspiel gegeneinander antreten, schüren Rivalitäten und sorgen insgesamt dafür, dass die Welt ein unangenehmer Ort wird. Einzig die eiskalten Pole und abgelegenen Gebirgspässe werden von den Schlangenmenschen gemieden, verabscheuen sie doch die Kälte dieser Gegenden. Die Katastrophe der Yuan-Ti kommt nicht als Schock daher und gerade das macht sie so gefährlich.
Tag 19: Elementare – Elementar, mein lieber Watson
Man muss wirklich nicht lange drüber nachdenken, wie Elementare zu einer Katastrophe führen können. Wenn die Erde bebt, das Wasser steigt, die Luft stürmt und das Feuer lodert, dann haben alle Wesen ein Problem – sogar die Untoten. Eine Armee aus Elementen macht das Leben schnell recht unlebenswert. Besonders gut arbeiten natürlich Luft- und Feuerelementare zusammen, die selbst große Wälder und fruchtbare Felder mit einem Feuersturm schnell zu Asche verwandeln können. Sollten wir dann noch einen Blick ins Epic Level Handbook werfen, werden die Katastrophen noch etwas schwerer ausfallen, denn dort werden die Primal Elementals beschrieben, kolossale Elementare die gewaltige Zerstörungskraft besitzen und über 1000 TP besitzen (ein wunderbares Buch).
Tag 18: Dschinni – Wünsch dir was, egal was
Normalerweise muss man viel Glück haben, um eine Wunderlampe mit einem Dschinn zu finden oder man muss ein langes Abenteuer in Kauf nehmen, an dessen Ende der sagenumwobene Schatz wartet. Aber was wäre, wenn Dschinns deutlich offensiver ihre Wunschmagie vermarkten würden, ganz nach dem Motto: Wünsch dir was! Natürlich ist so ein Dschinn auch darin geschult Wünsche in der schlechtesten Art und Weise auszulegen. Nach einigen Jahren dürfte die Welt am Abgrund stehen, wenn sich alle ewiges Leben (Untote leben ewig!), Unmengen Gold und Edelsteine (ist das dann noch etwas wert?) oder gewaltige Macht (machen wir den Wünschenden doch zu einem wütenden Koloss) wünschen. Das Chaos wird die Welt beherrschen und vielleicht wünscht sich ja auch jemand das Ende.
Tag 17: Betrachter – Schau mir in die Augen
Wenn ein einziger Betrachter ein Auge auf dich geworfen hat, ist das schon ziemlich schlecht, aber eine ganze Horde Betrachter ist eine ausgewachsene Katastrophe. Diese abscheulichen Kreaturen besitzen zehn Augenstrahlen voller magischer Macht. Der Auflösungsstrahl ist bereits schrecklich genug, aber man stelle sich eine Legion Betrachter vor, die koordiniert (sind sie doch rechtschaffen böse) ihren Antimagischen Kegel einsetzen, um jegliche Magie im Umkreis von 45m auszuschalten, was bedeutet, dass man mit konventionellen Mitteln gegen sie zu Felde ziehen muss. Für die Weltenzerstörung könnte man sich einen Eroberungsfeldzug der Betrachter vorstellen, in dem Armeen und Heldengruppen aufgelöst, vergiftet, gelähmt, bezaubert oder einfach getötet werden. Eine andere Methode wäre ein konzentrierter Angriff auf den Planeten selbst. Mit ihrem Auflösungsstrahl graben sich diese Abscheulichkeiten bis zum Kern des Planeten und richten eine Naturkatastrophe an, die wir seit The Core nicht mehr gesehen haben. Das muss man einfach gesehen haben.
Tag 16: Schatten – Die Welt als schattiges Plätzchen
Wenn ein Schatten jemanden tötet, dann entsteht nach 1W4 Stunden ein weiterer Schatten. Gerade in der Nacht ist es leicht Schlafende zu töten und einmal begonnen, können genug Schatten ganze Dörfer in Geisterstädte verwandeln. Von den Dörfern aus greifen die Schatten nach Stadtvierteln, Burgen und schließlich ganzen Großstädten. Genauso wie die Vampire, verwandeln Schatten die Welt nach und nach in eine Geisterstadt. Die wenigen Zufluchten werden schnell fallen, denn die untoten Schatten hassen die Lebenden und setzen alles daran den glimmenden Lebensfunken mit Dunkelheit auszulöschen.
Tag 15: Blob der Auslöschung – It creeps and leaps and glides and slides
Der Blob der Auslöschung ist ein gigantischer Schlick. Angefüllt voller kosmischer Entropie und den toten Göttern näher als den lebenden, wälzt sich der Blob durch die Welt. Was er verschlingt, löst sich innerhalb einer Minute auf und kaum ein Lebewesen kann der Zersetzung etwas entgegensetzen. Der Blob selbst scheint keine einzigartige Wesenheit zu sein. Das bedeutet, dass mehrere Exemplare im Wildall existieren können. Es fällt einem also leicht sich vorzustellen, wie zehn dieser Geschöpfe sich zu einem Blob-Titanen verbinden und in der Größe eines Königreichs Städte, Wälder oder Armeen überrollt, ohne davon besondere Kenntnis zu nehmen. So kriecht und gleitet diese Naturgewalt aus Schleim durch die Welt, wie ein Saugroboter, der irgendwann alle Winkel aufgesucht hat und nur noch Leere hinterlässt. Vielleicht gibt es ein paar Weltenwinkel, die der Blob übersehen hat, aber irgendwann kehrt er zurück und verwandelt auch diese Zufluchten zu Staub.
Lesenswertes

